Preisentwicklungen 
Donnerstag, September 22, 2022, 12:11 - Sonstiges
gepostet von Nils
Wir stecken in einer Zwickmühle:
auf der einen Seite fangen Konsumenten unterbewusst an zu sparen und konsumieren weniger. Dies liegt natürlich an der hohen Unsicherheit bei zukünftigen Lebenshaltungskosten. Was kostet das Gas / der Strom im Winter? Werden wir alle erfrieren? Was trinkt Habeck zum Frühstück?

Zum anderen steigen Rohstoffpreise tatsächlich rasant an: Energieintensive Produktionen wie bei Dünger oder Stahl haben die Preise in diesen Segmenten im vergangenen Jahr schon um 60% steigen lassen. Frau Lagarde reagierte mit kompletter Ignoranz und Arroganz auf die Entwicklungen.

Wir stehen als Einzelhändler genau in der Mitte. Von der Industrie kommen monatlich aktualisierte Preise, der Verbraucher kommt seltener zum Einkaufen, er verschiebt oder substituiert den Konsum.

Auf Deutsch: Wir müssen mehr zahlen und bekommen kein Geld mehr rein.

So langsam bekommen wir es auch mit der Angst zu tun: Politikern fällt nichts mehr ein außer Schwafeln ("nicht pleite, nur kein Geld mehr"), Kosten steigen und fressen den Gewinn auf.



Beispiel: Der Preis für ein Faß Wuxal ('Der beste Dünger der Welt') hat sich im vergangenen Jahr um 120% erhöht. Würde ich meine Verkaufspreise im selben Maße aneheben, kostete die Literflasche 26,00 €. Ich würde nicht eine einzige Flasche mehr verkaufen, da gleichzeitig die Nachfrage eingebrochen ist.

Anderes Beispiel: Tomatenjungpflanzen im Frühling.
Claudia und Simone produzieren unsere Pflänzchen in perfekter Qualität regional. Die Energiekosten machen im Frühling 1/2 des Endpreises aus. Der Preis für eine Pflänzchen wird also von 3,- auf 6,-€ steigen bei entsprechnender Gaspreisentwicklung. Kaufen die Kunden dann noch oder verzichten sie auf das Hobby?


Als alter VWL'er kann ich mir ungefähr ausrechnen was solch ein Preisschock mit der Wirtschaft anstellt. Das BIP sinkt im quadrat zum Preisindex.

Wir haben Personal abgebaut, Abonements gekündigt, die längst kündigungswürdig waren, den Einkauf gedrosselt. Wir schaffen dieses Spiel noch sechs Monate. Dann wirds eng. Aber dank Habek sind wir ja nicht pleite 🤣

Der bescheuerte Spruch "Wir sitzen alle im selben Boot" ist nicht ganz richtig. Wir sitzen alle im Boot,ja. Aber die einen im Fischkutter richtung Sturm, die anderen auf nem Kreuzfahrtdampfer in der Karibik, all you can eat.

Wir appelieren trotzdem dafür, dass wir uns nicht gegenseitig verhungern lassen.

Voller Sorge wünscht ein schönes Wochenende,

die 𝕾𝖆𝖒𝖊𝖓 𝕬𝖓𝖉𝖗𝖊𝖆𝖘
Base Crew
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